Deutschlands starke Mitte – Bericht vom 32. Bundesparteitag der CDU in Leipzig

23.11.2019 | Bericht
Unser Vorsitzender, Sebastian Schulze, argumentiert für Antrag C72.
©CDU BW/Hannes Griepentrog
Die Delegierten der CDU KV Esslingen bei der Abstimmung.
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Die Esslinger Delegation in Leipzig, v.li.: Ilona Koch, Tim Hauser, Sebastian Schulze und Apostolos Kelemidis. Sebastian Schulze beim Bundesparteitag in Leipzig.
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Merz und Kramp-Karrenbauer demonstrieren Eintracht. Kanzlerkandidatur wird nicht durch Parteibasis entschieden. Söder begeistert die Delegierten mit fulminanter Rede.

Leipzig – Der 32. Bundesparteitag der CDU Deutschlands fand am 22. und 23. Dezember in Leipzig statt, 30 Jahre nach der friedlichen Revolution und dem Fall der Berliner Mauer. Als Delegierte des Kreisverbands Esslingen nahmen Ilona Koch, Tim Hauser, Apostolos Kelemidis sowie unser Vorsitzender Sebastian Schulze teil. Im Vorfeld bereits wurde über die Anträge der Jungen Union zur Urwahl und des Kreisverbands Esslingen zur Mitgliederbefragung über die Kanzlerkandidatur viel diskutiert. Das Who is who der Bundes- und Landespolitik war in Leipzig zusammengekommen, um wie es Annegret Kramp-Karrenbauer gefordert hat, einen Arbeitsparteitag abzuhalten. Dementsprechend gingen auch über 300 Anträge zu allen politischen Themen, vor allem zu Landwirtschaft und Digitalisierung, ein.

Schlagabtausch zwischen Merz und AKK blieb aus

Der von weiten Teilen der Presse herbeigesehnte Schlagabtausch zwischen AKK und Friedrich Merz blieb dabei aus. Die Parteivorsitzende hielt eine engagierte 90-minütige Rede, die von den Delegierten im Saal mit Applaus bedacht wurde. Sie betonte darin unter anderem die Bedeutung des Automobilstandortes: „Es freut mich, wenn Tesla ein Werk in Brandenburg baut aber es freut mich noch mehr, wenn wir mit Wasserstoff und synthetischen Antrieben den Verbrenner CO2-verträglich auch weiterhin in Wolfsburg, München und Stuttgart bauen“. Ebenso erteilte sie den Plänen der SPD zu weiterer Umverteilung eine klare Absage „Wir wollen Wohlstand für alle, nicht Wohlfahrt für alle“. Ihr vermeintlicher Kontrahent Friedrich Merz, antwortete in einem 13-minütigen Beitrag und betonte demonstrativ den Teamgeist in der Union, „Wir sind loyal zu unserer Vorsitzenden“ und bot darüberhinaus den Parteitagsdelegierten seine Mitarbeit an: „Wenn Sie möchten, dass ich dabei bin, dann bin ich dabei“.

Das Highlight des Parteitags kam aus Bayern

Der eigentliche Star des Parteitags war jedoch der Gast aus Bay- ern. Ministerpräsident und CSU- Chef Markus Söder hielt eine halbstündige Rede, die das Publikum mitriss. In humorvoller Art und Weise zerlegte er sowohl die AfD, als auch die Grünen, die er als Hauptgegner ausgemacht hat. „Die Grünen haben oft mehr Moral und zwar eine Doppelmoral“. Er demonstrierte darüberhinaus bewusst Geschlossenheit mit der Schwesterpartei. Die Rede verfehlte ihre Wirkung beim begeisterten Publikum nicht, minutenlange Standing Ovation waren die Folge.

Keine Urwahl – K-Frage weiterhin offen

In der anschließenden Antragsberatung kämpften die Esslinger Delegierten leidenschaftlich für ihren Antrag C72. Zunächst meldete sich die stellv. Kreisvorsitzende Ilona Koch zu Wort und zeigte ihr Unverständnis über die Ablehnung der Antragskommission, die nicht einmal eine Begründung ihrer Entscheidung für notwendig hielt. Sebastian Schulze setzte in seiner Wortmeldung hinzu: „Im Hinterzimmer Entscheidungen zu treffen ist nicht mehr zeitgemäß. Die Mitglieder zahlen die Beiträge, sie machen die Wahlkämpfe, dann müssen sie in zentralen Fragen auch mitbestimmen dürfen“. Der Parteitag lehnte die Anträge der Jungen Union, des Kreisverbands Esslingen und weiterer Antragsteller jedoch mehrheitlich ab. Die Intention ein Zeichen zu setzen, dass die Berliner Parteispitze so wie im vergangenen Jahr nicht weiterarbeiten könne, verfehlten sie jedoch nicht.


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